Massenerhaltung
Die Differenz zwischen den in ein System einfließenden und den ausfließenden Mengen entspricht der Veränderung des Bestands.
Nicht erklärte Abweichungen weisen auf Datenlücken oder bislang unberücksichtigte Verluste hin.
Den betrieblichen Ist-Zustand erfassen, Materialverluste erkennen und eine belastbare Grundlage für zirkuläre Maßnahmen schaffen.
Transparenz über Material, Energie, Bestände und Verluste als Ausgangspunkt für Kreislaufwirtschaft.
Zirkuläre Maßnahmen brauchen eine belastbare Datengrundlage. Erst wenn bekannt ist, wie Materialien, Energie und Wertschöpfung durch das Unternehmen fließen, werden Verluste, Reststoffe, Prozessineffizienzen und Potenziale für geschlossene Kreisläufe sichtbar. Die Zustandserfassung hilft, Maßnahmen dort zu priorisieren, wo sie den größten ökologischen und wirtschaftlichen Nutzen entfalten.
Die Methode erfasst und bilanziert betriebliche Materialflüsse, um Verluste und Potenziale sichtbar zu machen.
Die Stoffstromanalyse, auch Material Flow Analysis (MFA), ist eine Methode zur systematischen Erfassung, Quantifizierung und Bilanzierung von Stoff- und Güterströmen innerhalb eines räumlich und zeitlich abgegrenzten Systems. Sie kann auf einzelne Prozesse, Produkte, Standorte, Unternehmen oder ganze Wertschöpfungsketten angewendet werden.
Die Differenz zwischen den in ein System einfließenden und den ausfließenden Mengen entspricht der Veränderung des Bestands.
Nicht erklärte Abweichungen weisen auf Datenlücken oder bislang unberücksichtigte Verluste hin.
Transformieren, lagern oder verteilen Güter und Stoffe innerhalb des Systems.
Sind handelbare oder betriebliche Einheiten wie Rohstoffe, Produkte oder Abfälle.
Bezeichnen die materiellen Bestandteile, aus denen sich die betrachteten Güter zusammensetzen.
Verbinden Prozesse und zeigen, welche Mengen sich in einem Zeitraum bewegen.
Zeigen, welche Mengen innerhalb des Systems gelagert oder langfristig gebunden sind.
Legen den räumlichen, organisatorischen und zeitlichen Umfang der Analyse fest.
Festlegen, welche Fragestellungen beantwortet und welche Entscheidungen durch die Analyse unterstützt werden sollen.
Räumliche und zeitliche Systemgrenzen, betrachtete Materialien und relevante Prozesse entsprechend der Zielsetzung festlegen.
Inputs, Outputs und interne Stoffströme identifizieren, Ausgangs- und Zielprozessen zuordnen und qualitativ darstellen.
Daten aus Einkauf, Produktion, Lager, Abfalldokumentation, Messungen, Beobachtungen oder Interviews zusammentragen und aufbereiten.
Daten in Masseeinheiten überführen, Stoffströme und Bestandsveränderungen quantifizieren und die Massenbilanz prüfen.
Stoffströme übersichtlich visualisieren, relevante Handlungsfelder erkennen und Maßnahmen für Reduktion, Wiederverwendung und Verwertung ableiten.
Das vereinfachte Beispiel nach UNIDO betrachtet den Prozess der Kaffeezubereitung. Dabei werden Kaffeebohnen zunächst gemahlen und Wasser erhitzt. Anschließend wird der Kaffee unter Einsatz des gemahlenen Kaffees, kochenden Wassers und einem Kaffeefilter gebrüht. Kaffeebohnen, Wasser und Kaffeefilter fließen in das System; zubereiteter Kaffee, Kaffeesatz, gebrauchter Filter und Pulverreste verlassen es wieder.
| Analyseschritt | Anwendung im Kaffeebeispiel |
|---|---|
| Definition der Ziele der Analyse | Identifizieren, wo Materialien eingesetzt werden und an welchen Stellen Materialverluste und Reststoffströme entstehen. |
| Definition des Systems | Die Prozesse Mahlen, Wasser erhitzen und Brühen sowie die relevanten Materialien über einen Brühvorgang betrachten; Anbau, Transport, Verpackungsherstellung, Energieverbrauch und Entsorgung ausschließen. |
| Bestimmung der Stoffströme | Input-, Output- und interne Stoffströme von Kaffeebohnen, Wasser und Kaffeefilter bis zu den End- und Reststoffströmen identifizieren. |
| Datenerhebung und -zusammenführung | Die erforderlichen Mengendaten für die identifizierten Stoffströme erheben und zusammenführen. |
| Berechnung der Massenströme und Bestände | Stoffströme in Gramm quantifizieren und die Massenbilanz prüfen: 262 g Input = 262 g Output. |
| Darstellung und Interpretation der Ergebnisse | Quantifizierte Stoffströme im Sankey-Diagramm darstellen und dominante Stoffströme, Materialverluste, Reststoffströme und Verbesserungspotenziale auswerten. |
Eine erste Analyse muss nicht das gesamte Unternehmen umfassen. Ein klar abgegrenztes Pilotprojekt schafft schneller verwertbare Erkenntnisse und reduziert den Erhebungsaufwand.
Der vollständige Leitfaden enthält die ausführliche Einordnung, weiterführende Handlungsempfehlungen für Unternehmen in Berlin sowie einen Ausblick auf die zirkuläre Wertstromanalyse.