R-Strategie

R1 – Rethink

Produkte, Prozesse und Nutzung zirkulär neu denken.

R1 – Rethink (Umdenken)

Systemisches Neudenken von Produkten, Services und Prozessen über den gesamten Lebenszyklus – für kreislauffähige Wertschöpfung.

Video
Einführung: Rethink – Systemisches Neudenken von Produkten, Services und Prozessen.
Inhalte

Rethink beschreibt das ganzheitliche und systemorientierte Überdenken bzw. Neudenken von Ideen, Dienstleistungen, Prozessen und Konzepten über die gesamten Produkt- und Materiallebenszyklen. Im Fokus steht die Frage, wie sich lineare Produktlebenszyklen und Wertschöpfungsketten kreislauffähig(er) gestalten lassen.

Dabei werden sämtliche Stufen der Wertschöpfung betrachtet – von der Produktentwicklung und dem Design über die Beschaffung und Herstellung bis hin zur Nutzung, Rücknahme und dem Recycling. So können neue Geschäftsmodelle entstehen, etwa Product-as-a-Service, ebenso wie innovative Produktkonzepte, die z. B. Modularität, Reparierbarkeit oder Demontage- und Recyclingfähigkeit berücksichtigen.

Ziel
Produkte, Services und Prozesse so neu denken, dass zirkuläre Wertschöpfung möglich wird.
Hebel
Geschäftsmodelle, Produktdesign und Nutzungskonzepte entlang des gesamten Lebenszyklus neu ausrichten.
Wirkung
Rethink schafft die Grundlage für langlebige, reparierbare und kreislauffähige Systeme.
Einordnung: Was Rethink von anderen Strategien unterscheidet

Während Strategien wie Reduce, Reuse oder Repair häufig an konkreten Produkten, Materialien oder Prozessen ansetzen, geht Rethink einen Schritt weiter: Es stellt die grundlegende Logik bestehender Lösungen infrage. Damit eröffnet Rethink neue Wege, um Produkte nicht nur effizienter, sondern grundsätzlich anders und kreislauffähiger zu gestalten.

Product-as-a-Service als Alternative zum linearen Produktverkauf

Product-as-a-Service (PaaS) beschreibt ein Geschäftsmodell, bei dem Produkte nicht mehr verkauft, sondern als Dienstleistung bereitgestellt werden. Kund:innen zahlen beispielsweise eine monatliche Nutzungsgebühr, während das Unternehmen Eigentümer des Produkts bleibt und für Wartung, Reparatur und Rücknahme verantwortlich ist.

Dieses Modell verändert die Logik der Wertschöpfung grundlegend: Unternehmen haben ein direktes Interesse daran, Produkte langlebig, reparierbar und modular zu gestalten, da sie selbst von einer möglichst langen Nutzungsdauer und der Wiederverwendung von Komponenten profitieren. Gleichzeitig entstehen neue Serviceangebote und langfristige Kundenbeziehungen.

PaaS ist damit ein typisches Beispiel für die Rethink-Strategie, da nicht nur das Produkt selbst, sondern das gesamte Geschäftsmodell neu gedacht wird. Der Fokus verschiebt sich vom einmaligen Verkauf hin zur Bereitstellung von Nutzen – ein zentraler Hebel für kreislauffähige Systeme.

Praxisbeispiele aus Berlin
Rethink durch offene Produktarchitektur

Das Beispiel zeigt, wie ein Produkt und seine Nutzung durch offene Hardware und dezentrale Reparatur neu gedacht werden können.

OpenFunk (Berlin-Treptow-Köpenick)

Rethink zeigt sich nicht nur in neuen Geschäftsmodellen wie Product-as-a-Service, sondern auch in der grundlegenden Neugestaltung von Produkten. Ein Beispiel hierfür ist das Berliner Unternehmen OpenFunk, das einen konsequenten Open-Hardware-Ansatz verfolgt.

Die Baupläne sowie 3D-Modelle aller relevanten Komponenten werden frei zugänglich bereitgestellt. Nutzer:innen können benötigte Ersatzteile eigenständig herunterladen und mithilfe von 3D-Druckern dezentral produzieren. Dadurch wird die Reparierbarkeit erheblich verbessert und die Abhängigkeit von zentralen Lieferketten reduziert.

Das Beispiel verdeutlicht, wie durch ein Umdenken im Produktdesign und in der Bereitstellung von Informationen neue Formen der Nutzung und Instandhaltung entstehen können – ein zentraler Ansatz der Rethink-Strategie.

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