R2 – Reduce
Ressourcen- und Materialeinsatz systematisch reduzieren.
R2 – Reduce (Reduzieren)
Weniger Material, Energie und Abfall – durch Effizienzsteigerung, optimierte Prozesse und bessere Produktgestaltung.
Reduce beschreibt Maßnahmen und Strategien zur gezielten Reduktion des Verbrauchs natürlicher Rohstoffe sowie des Material-, Produkt- und Energieeinsatzes. Im Fokus stehen dabei Effizienzsteigerungen in Herstellung und Nutzung sowie eine optimierte Produktgestaltung. Reduce kann als weniger radikale Variante von Refuse verstanden werden: Es wird nicht vollständig verzichtet, sondern die eingesetzte Menge systematisch verringert.
In der Praxis betrifft Reduce vor allem die Optimierung entlang der Wertschöpfungskette – von Beschaffung und Produktion bis hin zu Logistik, Nutzung und Büroprozessen.
Reduce setzt dort an, wo Ressourcen weiterhin benötigt werden, ihr Einsatz aber effizienter und sparsamer gestaltet werden kann. Die Strategie ist besonders wirksam, wenn Maßnahmen messbar gemacht und kontinuierlich verbessert werden: weniger Materialeinsatz, weniger Ausschuss, geringerer Energiebedarf, weniger Abfall – häufig bei gleichzeitig sinkenden Kosten und höherer Prozessstabilität.
Leitfragen zur Identifikation von Reduktionspotenzialen
Die folgenden Fragen helfen dabei, Ansatzpunkte für Reduce entlang der Wertschöpfungskette systematisch zu identifizieren:
Vorgehen zur Umsetzung von Reduce
Der Einstieg gelingt meist über eine strukturierte Analyse der Material- und Energieflüsse entlang der Wertschöpfungskette. Darauf aufbauend lassen sich Prioritäten setzen – etwa für Ausschussreduktion, Materialsubstitution, Prozessoptimierung oder Verpackungs- und Logistikoptimierung. Sinnvoll ist ein Vorgehen in iterativen Schritten: erheben → bewerten → Maßnahmen testen → standardisieren.
Das Beispiel zeigt, wie Produktionsausschuss intern aufbereitet und als Rohstoff direkt in den Herstellungsprozess zurückgeführt werden kann.
Profine entwickelt und produziert Kunststoffprofilsysteme für Fenster und Türen. Fehlerhafte Profile und Produktionsausschuss werden direkt im Werk mithilfe einer Mühle zerkleinert und zu Granulat aufbereitet. Dieses Granulat fließt anschließend wieder in die Herstellung neuer Profile ein.
Durch die interne Rückführung bleibt das Kunststoffmaterial im Produktionskreislauf. Profine reduziert damit Materialverluste, den Entsorgungsaufwand und den Bedarf an neuem Kunststoff, auch wenn sich Produktionsausschuss nicht vollständig vermeiden lässt.
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