R8 – Recycle
Materialien zurückgewinnen und erneut nutzen.
R8 – Recycle (Werkstofflich verwerten)
Materialien aufbereiten und als Sekundärrohstoffe in neue Produkte zurückführen.
Recycle beschreibt die werkstoffliche Verwertung von Abfällen und Altprodukten, um die darin enthaltenen Materialien als Sekundärrohstoffe erneut nutzbar zu machen. Ziel ist es, wertvolle Stoffe möglichst lange im Wirtschaftskreislauf zu halten und den Einsatz von Primärrohstoffen zu reduzieren.
Im Unterschied zu Reuse, Repair, Refurbish oder Remanufacture bleibt beim Recycling nicht das Produkt selbst erhalten, sondern vor allem das darin enthaltene Material. Recycle ist daher eine wichtige, aber gegenüber den vorgelagerten Strategien nachrangige Option der Kreislaufwirtschaft: Produkte und Komponenten sollten möglichst zuerst länger genutzt, repariert oder wiederaufbereitet werden, bevor ihre stoffliche Verwertung erfolgt.
Recycling spielt eine zentrale Rolle, wenn Produkte oder Materialien nicht mehr direkt weitergenutzt werden können. Es hilft, Rohstoffabhängigkeiten zu reduzieren, Abfallmengen zu verringern und Stoffströme wieder in die Produktion zurückzuführen. Besonders relevant ist dies bei knappen, energieintensiven oder importabhängigen Materialien.
Werkstoffliches Recycling
Beim werkstofflichen Recycling werden Materialien physisch aufbereitet und anschließend als Rohstoff für neue Produkte eingesetzt. Dazu müssen Abfälle zunächst gesammelt, sortiert und von Störstoffen getrennt werden. Die Qualität der Sekundärrohstoffe hängt dabei stark von der Sortenreinheit, dem Design des Ausgangsprodukts und den eingesetzten Aufbereitungsverfahren ab.
Vereinfacht lässt sich der Prozess in drei zentrale Stufen gliedern:
Altprodukte, Produktionsabfälle oder Reststoffe werden erfasst und dem Recyclingprozess zugeführt. Anschließend werden die Materialien nach Werkstoffarten, Qualitäten und Fraktionen getrennt.
Ziel ist es, Störstoffe frühzeitig zu entfernen und möglichst homogene Stoffströme für die weitere Verarbeitung bereitzustellen.
Die sortierten Materialien werden zerkleinert, gereinigt, gewaschen oder getrocknet und anschließend zu verwertbaren Sekundärrohstoffen aufbereitet, zum Beispiel in Form von Granulaten, Flocken oder Schmelzen.
Entscheidend ist dabei, eine möglichst hohe Materialqualität für den späteren Wiedereinsatz zu erreichen.
Die gewonnenen Sekundärrohstoffe werden in neuen Produkten oder Produktionsprozessen eingesetzt.
Dadurch sinkt der Bedarf an Primärrohstoffen und Materialien verbleiben länger im wirtschaftlichen Kreislauf.
Recycling beginnt bereits im Produktdesign
Wie gut ein Produkt recycelt werden kann, wird häufig bereits in der Entwicklungsphase entschieden. Wichtige Faktoren sind unter anderem sortenreine Materialien, die Vermeidung problematischer Verbundstoffe, eine gute Demontierbarkeit und eine klare Materialkennzeichnung. Recyclinggerechtes Design verbessert die Qualität der späteren Sekundärrohstoffe und unterstützt geschlossene Stoffkreisläufe.
Zwei Beispiele zeigen, wie Recycling sowohl über Sortier- und Aufbereitungstechnologien als auch über produktnahe Rückführung von Materialien umgesetzt werden kann.
In der Berliner Kunststoffsortieranlage von Interzero werden gemischte Kunststoffabfälle mithilfe moderner Sortiertechnologien aufbereitet und für das Recycling vorbereitet. Automatisierte Sortiersysteme, moderne Sensorik und präzise Trennverfahren sorgen dafür, dass Störstoffe entfernt und unterschiedliche Kunststoffarten separiert werden. So entstehen hochwertige Recyclingfraktionen, die für die weitere Verarbeitung als Sekundärrohstoffe genutzt werden können.
Mehr zu InterzeroProfine entwickelt und produziert Kunststoffprofilsysteme für Fenster und Türen und setzt dabei auf geschlossene Kunststoffkreisläufe. Altfenster, Rückläufer und Produktionsreste werden gesammelt, aufbereitet und als hochwertige Rezyklate wieder in neue Profile integriert. So reduziert das Unternehmen den Bedarf an Primärkunststoffen und zeigt, wie Recycling bereits über Produktdesign, Materialauswahl und Rücknahmestrukturen mitgedacht werden kann.
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