R9 – Recover
Energie aus nicht vermeidbaren Abfällen zurückgewinnen.
R9 – Recover (Energetisch verwerten)
Energiegewinnung aus Abfällen – letzte Option der Abfallhierarchie.
Recover beschreibt die energetische Nutzung von Abfällen durch thermische, chemische oder biologische Umwandlungsprozesse. Diese Strategie kommt in der Praxis typischerweise dann zur Anwendung, wenn Wiederverwendung oder Recycling aus technischen oder wirtschaftlichen Gründen nicht möglich sind. Ziel ist es, aus den Abfällen Nutzenergie zu gewinnen.
Da die eingesetzten Materialien im Prozess endgültig zerstört werden, stellt Recover keine kreislauffähige Strategie im engeren Sinne dar. Stoffe werden nicht im technischen oder biologischen Kreislauf gehalten, sondern in Energie umgewandelt. Entsprechend ist Recover in der Abfallhierarchie als letzte Option vor der Beseitigung eingeordnet.
Die europäische Abfallrahmenrichtlinie ordnet Recover ausdrücklich unterhalb von
Vermeidung, Wiederverwendung und Recycling ein. Energetische Verwertung ist demnach
nur dann vorgesehen, wenn höherwertige Strategien nicht realisierbar sind.
Aus Sicht der industriellen Kreislaufwirtschaft ist Recover daher ein
systemischer Restpfad: kurzfristig kann die Strategie zur Energieversorgung beitragen,
langfristig sollte der Bedarf durch kreislaufgerechte Produktgestaltung,
geeignete regulatorische Rahmenbedingungen und fortschrittliche Recyclingtechnologien
möglichst reduziert werden.
Formen der energetischen Verwertung
Recover kann in unterschiedlichen technischen Verfahren erfolgen – abhängig von Materialart, Zusammensetzung und dem gewünschten Energieoutput:
Für Recover wird hier bewusst kein Praxisbeispiel aus Berlin hervorgehoben: Energetische Verwertung ist keine Kreislaufwirtschaft im engeren Sinne, sondern kommt erst dann in Betracht, wenn werterhaltende Maßnahmen und Recycling nicht mehr möglich sind.
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